Flughafen Tempelhof

Kleiderbügel und Hungerkralle

Bundesarchiv B 145 Bild-F001302-0007, Berlin, ...

Der Flughafen Tempelhof liegt fast mitten in Berlin. Das Hauptgebäude zieht sich um halbkreisförmig um das Flugfeld. Er verfügt über eine nördliche und eine südliche Landebahn. Ich bin selbst einige male mit den damaligen Propellermaschinen der Pan American World Airways zu damaliger Zeit von hier aus geflogen und erinnere noch sehr gut daran. Selbstverständlich war der Flughafen Tegel noch nicht für den zivilen Flugverkehr umgebaut und frei gegeben worden. Die französischen Alliierten nutzten ihn damals noch ausschließlich als Militärflughafen.

Auch an den Flughafen Schönefeld war nicht wirklich zu denken, er befand sich ja bekanntermaßen
in der ehemaligen „DDR“.

Viele der damaligen Fluggäste waren Berliner die aus der „DDR“ geflüchtet waren und nicht die Transitstrecke benutzen durften um einer Verhaftung der Organe der DDR aus dem Weg zu gehen. Sie flogen vom Bund subventioniert mindestens bis nach Hannover um von dort auf beliebige Art die Reise fort zu setzen.

Der Flughafen liegt im Bezirk Tempelhof am Platz der Luftbrücke, hier befindet sich auch das Luftbrückendenkmal, die drei „Krallen“ stehen für die ehemals drei Luftkorridore von und nach Berlin. Die Berliner tauften das Denkmal in „Hungerkralle“ um. Das ist im Zusammenhang mit der Luftbrücke 1949 zu sehen als Berlin wegen der Blockade total aus der Luft versorgt werden musste. In insgesamt 278.228 Flügen waren 2,11 Millionen Tonnen Fracht, davon 1,44 Millionen Tonnen Kohle, 490.000 Tonnen Nahrungsmittel und 160.000 Tonnen Baustoffe, eingeflogen wurden. Das war eine einmalige logistische Meisterleistung! Bei mehreren tödlichenUnfällen starben 79 Menschen. Im Mai 1949 gaben die sowjetischen Besatzer die Blockade auf.

Der Flughafen wurde bis zu seiner Schließung noch gerne von vielen Fluggästen genutzt, natürlich überwiegend von Geschäftsleuten und Privatfliegern. Es war ein Flughafen der kurzen Wege und schnellen Betriebsabläufe.

Das gesamte Gebäude (Spitzname „Berliner Kleiderbügel) hat eine Länge von 1230 Metern.

Die Nutzung der Flugzeughallen war recht mannigfaltig, neben Passagiermaschinen und Privatfliegern sowie Hubschrauber des BGS gastierten kleinere Messen und Ausstellungen in den Hallen. Die Charite Berlin versuchte nach amerikanischem Vorbild eine Hightech Ambulanz mit direktem Fluganschluss aufzubauen und in einer weiteren Halle wurde die Restauration von historischem Fluggerät durchgeführt.

Der Lufthafen verfügte über 312 Dauerparkplätze sowie 96 Kurzzeitparkplätze vor dem Haupteingang.

Erreichbar ist der Flughafen heute mit allen Verkehrsmitteln der Stadt. Er grenzt an die Stadtautobahn, Hauptverkehrsstraßen treffen sich vor dem Hauptgebäude am „Platz der Luftbrücke“, eine U-Bahnstation befindet sich direkt am Platz und in unmittelbarer Nähe des Einganges, an den Flughafen grenzend, befindet sich auch eine S-Bahn Station der Ringbahnstrecke, die aber zu Fuß für Besucher nicht wirklich interessant sein dürfte. Mit Bussen erreicht man den Flughafen aus fast allen Richtungen.

Der Flughafen wird auch als Mutter aller Flughäfen bezeichnet. Nun ist der Betrieb nach Wille des Berliner Senats völlig eingestellt worden. Man sagt, er sei total unrentabel und überflüssig. Es gibt ein Volksentscheid in der Angelegenheit in dem sich eine Mehrheit für den Erhalt des Flughafenbetriebs ausgesprochen hat. Den Senat schien das aber gar nicht bis wenig interessiert zu haben. Auch Frau Merkel hat sich für einen Erhalt geäußert!

    

Seit etwa 1 Jahr wird das Flugfeld nach dem Wille des Senats von Berlin nun als Freizeitgelände genutzt von Spaziergängern, Skateboardern, Radfahrern usw. Man wird sehen ob das möglicherweise hierfür vorhandene Konzept vom Senat umgesetzt und auch von der Bevölkerung angenommen wird.

    

Den kleinen Bericht von mir füge ich einige Fotos aus der Zeit vor der Schließung ein, nur mal zur Erinnerung…


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Ein Kommentar zu “Flughafen Tempelhof

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