Friedhöfe an der Liesenstraße

Die Friedhöfe entstanden ab 1830, als erstes wurde der Domfriedhof I genutzt. Es folgte 1934 der alte Domfriedhof und bereits ein Jahr darauf wurde der Französische Friedhof eingeweiht.

Diese Friedhöfe befinden sich nebeneinander südlich der Liesenstraße in Berlin Mitte.

Durch den Verlauf der Berliner Mauer, die zum Teil über die Friedhöfe führte, wirkte derzeit alles recht unwirklich und Besucher mussten sich mehrfach ausweisen, sie wurden permanent beobachtet. Ein normales Gemeindeleben fand hier sehr lange nicht statt. In der ganzen Liesenstraße befinden sich noch Reste der Grenzanlagen. Es lohnt durchaus selber einmal hier auf Entdeckungsreise zu gehen um sich die Friedhöfe nebst Straße und auch die Liesenbrücken (1897) anzuschauen.

Alter Jüdischer Friedhof in der „Große Hamburger Straße“

Hier befindet sich der älteste Begräbnisplatz der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.

Er wurde von 1672 bis 1827 benutzt und 1943 auf Befehl der Gestapo zerstört, nachdem bereits 1942 das erste Altenheim in unmittelbarer Nachbarschaft, in ein Sammellager für jüdische Bürger umgewandelt wurde.

Große Hamburger Straße 26

Nächste Haltestelle:

S-Bahnhof Hackescher Markt

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Ein Platz für die Ewigkeit

Dorotheenstädtischer-Friedrichswerderscher- Friedhof in Mitte

Chausseestr.126, 10115 Berlin

 

Ein Platz für die Ewigkeit

Hier trifft man auf Heinrich Mann, Bertolt Brecht, Johannes R. Becher und unzählige anderer bekannter und weniger bekannter Größen.

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Ihr braucht nur einen kleinen Spaziergang über den Dorotheenstädtischen Friedhof an der Chausseestraße 126 in Berlin Mitte zu machen und schon werdet ihr sie alle besuchen können.

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Die Grabsteine und Gedenktafeln auf dem 1762 angelegten und bis 1826 mehrmals vergrößerten Dorotheenstädtischen Friedhof sind schon faszinierend und ich kann die zahlreichen künstlerische Bildhauerarbeiten gar nicht oft genug bewundern.

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Ob nun das Berthold Brecht Haus gleich am Eingang des Friedhofs oder die Ruhestätte einer Familie Friedrich Hoffmann deren 4 Kinder 1855 an Scharlach verstorben sind.

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Wem eine solche Welt nicht zu unbehaglich ist, dem empfehle ich auf jeden Fall den Besuch auf dem 17.000qm großen Areal!

 

Öffnungszeiten:
Januar+Dezember: täglich 8.00-16.00 Uhr
Februar+November: täglich 8.00-17.00 Uhr
März+Oktober: täglich 8.00-18.00 Uhr
April+September: täglich 8.00-19.00 Uhr
Mai-August: täglich 8.00-20.00 Uhr

Ist auf alle Fälle ein Besuch noch zu Lebzeiten wert!

Alter St.-Matthäus-Kirchhof – Schöneberg

Großgörschenstraße 12-14, Berlin-Schöneberg, 10829 Berlin

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Heute mal auf den Alten St.-Matthäus-Kirchhof in der Schöneberger Großgörschenstraße.

Dieser Kirchhof gehört unweigerlich zu den stadtgeschichtlich bedeutendsten Friedhöfen Berlins.

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Es wurden in den letzten Jahrzehnten immer wieder Restaurierungsarbeiten durchgeführt. Bedingt durch die Auflösung der St. Matthäus-Gemeinde ging der Friedhof in die Trägerschaft der Evangelischen Gemeinde Zwölf-Apostel über. Zur Erhaltung der Grabstätten soll auch die Vergabe von Patenschaften dienen.

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Der Kirchhof befindet sich in einer Hanglage und macht einen sehr malerischen Eindruck. Unzählige Persönlichkeiten haben hier ihre Ruhestädte gefunden und sind zum Teil als Ehrengrabstätten des Landes Berlin ausgewiesen.

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Zu finden sind hier unter anderen die Grabstätten von Rudolf Virchow, die Gebrüder Grimm, Minna Cauer eine der ersten Frauenrechtlerinnen sowie die Familie Bolle eine der ersten Milch und Eierhändler in Berlin.

Bei einem Spaziergang über den Friedhof besticht neben den Grabstätten der Persönlichkeiten auch der ungemeine Reichtum an Grab-Architekturen.

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Nach dem Besuch kann man im Eingangsbereich in einem Blumenladen auch eine Rast bei einer Tasse Kaffe einlegen, bei schönem Wetter draußen auf einer Terrasse unter Sonnenschirmen sitzend.

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Am besten zu erreichen mit der S-Bahn bis S-Bahnhof Yorckstraße
Von dort nur 3 Minuten Fußweg.

Ist auf alle Fälle ein Besuch noch zu Lebzeiten wert!

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Neuer Garnisonsfriedhof – Tempelhof

Der Garnisonsfriedhof ist ein Friedhof mit Geschichte.

Neben dem Flughafen Tempelhof (Tempelhofer Park) am Columbiadamm liegt etwas versteckt der Städtische Friedhof am Columbiadamm, der einst größte Berliner Militärfriedhof, gleich daneben befindet sich übrigens der Türkische bzw. Mohammedanische Begräbnisplatz.

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Wie entstand diese Anlage nun?
Einst im Jahr 1813 hatte Napoleon in Russland schwere Niederlagen hinnehmen müssen, die mehr oder weniger freiwilligen Verbündeten, darunter auch viele Preußen, verließen den glücklosen Eroberer.

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Nun wollten die Franzosen Berlin wieder mit drei großen Schlachten unter Kontrolle bringen. Der Angriff wurde durch die preußische Landwehr abgewiesen und Berlin blieb fürs erste frei.

In diesen Schlachten hatten viele ihr Leben lassen müssen und Verwundete wurden in langer Fahrt auf Leiterwagen nach Berlin gebracht. Durch die große Zahl der Verletzten war man mit der medizinischen Versorgung allerdings überfordert, was wiederum zur Ausbreitung von Seuchen führte. Auf diese Weise starb eine große Zahl der Verwundeten Heimkehrer an heimtückischen und damals noch unvermeidbaren Krankheiten. Für diese Toten wurden außerhalb der Stadt Massengräber angelegt und eine dieser Begräbnisstätten bildet nun den Kern der heutigen Friedhofsanlage.

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1861 schließlich wurde der Neue Garnisonsfriedhof angelegt. Es wurden erstmalig auch Gräberfelder angelegt, die Bestattungen waren nicht anonym, sie erhielten alle Grabzeichen die inzwischen aber verschwunden sind. Auf dem Friedhof wurden Denkmäler der der Berliner Kriegerbünde und von privater Seite aufgestellt.

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Anlässlich des Ersten Weltkriegs musste der Friedhof wegen der unvorstellbar vielen Toten, erweitert werden. Es befinden sich die Gräber vieler Soldaten aus Dänemark, Österreich, Frankreich und Russland neben den der Preußen.

Nach dem 1. Weltkrieg entstanden viele Regimentsdenkmäler und auf dem alten Exerziergelände nebenan entstand der Flughafen, die ersten Linienflüge wurden aufgenommen.

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Heute steht eine Schließung des Friedhofs zur Debatte und bei einem Rundgang kann man sich ein Bild von den inzwischen erheblichen Schäden an der alten Substanz machen, auch sind viele Grabanlagen und Grabmale bereits nicht mehr vorhanden.

Columbiadamm 122, 10965 Berlin

Mausoleum im Park des Schloss Charlottenburg

Mausoleum im Park des Schlosses Charlottenburg

Anlässlich eines Schloss-Besuches oder bei einem Spaziergang durch den Schlosspark könnte man gut auch das Mausoleum besuchen.

Ein wenig versteckt, links vorne im Park wurde 1810 das Mausoleum für die Königin Luise errichtet. Sie war die Ehefrau von Friedrich Wilhelm III und machte diesen bereits im Juli 1810 mit nur 34 Jahren bereits zum Witwer. Luise von Mecklenburg-Strelitz erlag übrigens einer Lungenentzündung.

Mit der Errichtung des Mausoleums beauftragte Friedrich Wilhelm III den Architekten Heinrich Gentz und Karl Friedrich Schinkel. Für den Bau verwendete man Materialien die an anderer Stelle nicht mehr benötigt wurden, so stammen die Stufen aus dem Park Sanssouci und die Säulen aus dem Schloss Oranienburg. Da man also nicht alles erst neu herstellen musste war der Bau bereits nach etwa 5 Monaten fertig und die Königin fand nun dort ihre letzte Ruhestätte, war sie doch bis dato im Berliner Dom beigesetzt. Übrigens befinden sich in der Halle des Mausoleums Kenotaphe, die tatsächlichen Särge befinden sich in der Gruft unter dem Hauptraum. Die ist nicht zu betreten.

Es wurden im Laufe der Zeit noch Friedrich Wilhelm III und seine zweite Frau Auguste von Liegnitz sowie Prinz Albrecht von Preußen und zu Füßen von Friedrich Wilhelm III. Und Luise das Herz ihres Sohnes Friedrich Wilhelm IV beigesetzt.

Der Bildhauer Christian Daniel Rauch schuf eine Skulptur für ihren Sarkophag, die als ein Meisterwerk der Berliner Bildhauerschule gelten sollte.

Umfangreiche Sanierungsarbeiten wurden 2008 bis 2010 durchgeführt.

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Parochial Kirchhof

Der Parochial Kirchhof

befindet sich eigentlich mitten in Berlin, in der historischen Mitte nahe der mittelalterlichen Stadtmauer, von der aber nur noch Reste zu finden sind.

Vor über 300 Jahren wurde der Grundstein zur Errichtung des Begräbnisplatzes und der Evangelischen Parochialkirche gelegt. Durch die ihn umgebenden Straßen und Gebäude war der Kirchhof räumlich recht begrenzt. Aber es wurden immerhin 5.000 Begräbnisse sowie etwa 250 Beisetzungen in den unterirdischen Gruftanlagen nachgewiesen. Auf den Gruftanlagen wurden zum Teil Erdbegräbnisse vorgenommen und Kapellenbauten errichtet.

 

Geprägt wird das Erscheinungsbild des Kirchhofs auch oder insbesondere durch die zahlreichen gusseisernen Kreuze des 19. Jahrhunderts.

1854 wurde der Kirchhof behördlich geschlossen, dennoch fanden einige Bestattungen auf reservierten Grabstellen statt.

Anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin fanden verschiedene Wiederherstellungs-und Instandsetzungsarbeiten statt. Umfangreiche Restaurierungsarbeiten fanden 2005 auch an dem aufwendig gestalteten Innenraum des Mausoleums statt.

Mitten in Berlin ist dieses denkmalgeschützte Ensemble Kirchhof und Kirche wieder eine Einheit und dient nicht nur der kulturellen Erbauung sondern auch als Raum für Ruhe und Besinnung.

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